Der „Fall" eines Kleides – wie der Stoff vom Körper strömt – ist das ehrlichste Qualitätsurteil. Und er ist fast vollständig Handarbeit.
Was den Fall bestimmt
Erstens der Zuschnitt: Im schrägen Fadenlauf geschnitten fließt Stoff weich, im geraden steht er. Zweitens die Gewichtsverteilung: Saubere Säume und durchdachte Futter geben dem Stoff unsichtbares Gewicht an den richtigen Stellen. Drittens das Bügeln während der Fertigung – jede Naht wird in Form gebracht, bevor die nächste entsteht.
Warum Masse hier scheitert
All das kostet Minuten pro Teil – Minuten, die Massenproduktion nicht hat. Deshalb hängen billige Kleider wie müde und fallen gute wie gegossen.
Der Spiegeltest
Dreh dich. Folgt das Kleid mit einer halben Sekunde Eleganz nach? Das ist Fall. Das ist Handwerk.